Verein – Über uns

Aufgaben und Selbstverständnis

1. Der Landesverband TanzSzene Bremen setzt sich für eine umfassende Stärkung der Tanzszene in Bremen in seiner gesamten Ausrichtung und Vielfalt ein.

Über eine eigenständige Struktur will der Verband als Ansprechpartner sowohl für etablierte Künstler*innen als auch für den Nachwuchs in Bremen tätig sein. Er berät Künstler*innen bei der Entwicklung und Umsetzung von Projekten und vernetzt die Szene: Produzent*innen, Ensembles, Tänzer*innen, Choreograf*innen, Tanzpädagog*innen, Tanzvermittler*innen, Tanzarchive und tanzwissenschaftliche Einrichtungen. Der Verband sammelt kulturpolitisch relevante Informationen zu Entwicklungen und Fördermöglichkeiten, kommuniziert diese seinen Mitgliedern und vernetzt die Aktivitäten der Akteur*innen regional und national.

2. Mitgestaltung von angemessenen und übergreifenden Förderstrukturen und Förderkonzepten

Ein Aufgabenbereich des Landesverbands TanzSzene Bremen ist die Forderung nach umfassenden und langfristigen Förderkonzepten und Förderstrukturen für den künstlerischen Tanz und seine Akteur*innen. Im Dialog mit dem Senator für Kultur und dem Senator für Bildung soll eine den anderen Künsten angeglichene, angemessene und übergreifende Förderung des Tanzes in Bremen mit der öffentlichen Hand entwickelt werden.

3. Auf- und Ausbau der Qualifikationsangebote für die TanzSzene

Der Auf- und Ausbau der Qualifikationsangebote für Tänzer*innen, Tanzpädagog*innen und Choreograf*innen vor Ort über spezielle Programme unter Berücksichtigung und zur Stabilisierung der vorhandenen Einrichtungen ist erklärtes Ziel. Hierin soll sich die gesamte Vielfalt des Tanzes widerspiegeln. Qualifizierungen für angehende Tänzer*innen und Tanzpädagog*innen sollen durch Hospitation bei Einrichtungen und Kompanien vorangetrieben werden. Eine Verbund-Vorausbildung für den Beruf als Tänzer*in soll initiiert und Weiterbildungsformate für professionelle Tänzer*innen in Kooperation mit entsprechenden Einrichtungen aufgebaut werden.

4. Kulturpädagogische Arbeit und Tanz in Schulen

Der Tanz in Schulen soll flächendeckend und im engen Kontext mit allen professionellen Akteur*innen des Tanzes im Land Bremen weiterentwickelt werden. Bereits bestehende Organisationen, die sich in diesem Arbeitsfeld engagieren, sollen zukünftig auch finanziell gestärkt und weitere professionelle Tanzorganisationen der Stadt eingebunden werden. Die zusätzliche Entwicklung und Umsetzung unterschiedlicher Formate im Bereich der Jugend- und Nachwuchsbildung können zusammen mit den entsprechenden Institutionen vor Ort einen strategischen Schwerpunkt der Tanzentwicklung bilden.

5. Orte und Räume für den Tanz

Die Schaffung neuer, bzw. die Stärkung vorhandener Orte und Räume für den Tanz (Bühnen, Proberäume, Aus- und Fortbildungsstätten etc.) im Bundesland Bremen ist ein besonderes Anliegen des Landesverbands TanzSzene Bremen. Kurz- und mittelfristig gilt es, die vorhandenen Orte und Räume für den Tanz zu stabilisieren. Langfristig ist eine Vernetzung angestrebt mit einem gemeinsamen und zentralen Wirkungsort mit weitgehender Eigenständigkeit , der exklusiv auf die tanzspezifischen Veranstaltungs- und Produktionsbedingungen ausgerichtet ist.

6. Künstlerische Kontinuität und Ensemble-Förderung

Wichtiger Aspekt zur Stärkung des Tanzes in Bremen ist eine nachhaltige Ensemble-Förderung mit auskömmlichen Mitteln und langfristiger Finanzierung. Dies bedingt den Ausbau institutioneller Förderinstrumente sowie entsprechender Konzeptionsförderungen vor Ort. Für den Ausbau und die Verstetigung dieser Förderinstrumente für die in Bremen arbeitenden Ensembles, sowie eine strategische Einbindung in nationale Programme , bzw. die Hilfestellung in diesem Zusammenhang, setzt sich der Landesverband TanzSzene Bremen ein.

7. Internationale Festivalstrukturen und Entwicklung neuer lokaler Formate

Festivals wirken als internationale Foren der Verständigung und eröffnen temporäre Zugänge zu ausgewählten künstlerischen Positionen und deren Reflexion. Für die Bremer Festivalstrukturen – Konstituierung, Finanzierungs- und Planungssicherheit zu erlangen ist ein wichtiges Aufgabengebiet des Verbandes. Dies bezieht sich auf die bereits vorhandenen langjährig etablierten internationalen Festivalformate in der Stadt, aber auch auf die Entwicklung neuer lokaler Formate speziell für die „freie“ Szene des Landes Bremen.

8. Tanz und Gesellschaft

Gesellschaftliche Entwicklung und gesellschaftsrelevante Themen verbinden die Tanzkunst mit aktuellen Fragen und Herausforderungen . Im Diskurs mit nationalen und internationalen Expert*innen und Akteur*innen werden Formate entwickelt, die Impulse für die Interaktion von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft generieren (Gesundheit, Inklusion, Diversität, Digitalisierung, Alter, etc. – also Themen, die auch der Dachverband Tanz Deutschland auf nationaler Ebene verfolgt). Für Inklusion, Teilhabe und Vielfalt steht der Tanz als Vorreiter und Vorstreiter. Der Tanz als Kunstgattung, die den Körper selbst ins Zentrum stellt und darüber unmittelbare Kommunikation ermöglicht, setzt in vielschichtigen Projekten nachweislich positive Impulse für die Menschen als soziale Wesen in Gesellschaft, Gemeinschaft und Kultur. Dieses Aufgabenfeld weiter auszubauen und durch gemeinsames Engagement der Szene zu stärken, entspricht auch dem Selbstverständnis von Bremen.

9. Kulturelles Erbe und Zukunft

Die Bedeutung der Bremer Tanzszene soll über die Rückbindung an die national und international bedeutsame Tanzgeschichte der Stadt unterstrichen werden. Bremen kommt durch die Impulse aus den 60er Jahren – mit dem Intendanten Kurt Hübner und Johann Kresnik – eine bedeutsame Rolle in der Entwicklung des Deutschen Tanztheaters zu. Während andere deutsche Tanzstädte wie Stuttgart, Hamburg und Wuppertal ihren Ruf auf jeweils einzelne international bedeutsame Choreograf*innen begründen, besticht Bremen durch die Vielfalt der choreografischen Handschriften und ihrer Impulse für das „freie Tanzschaffen“ in der Stadt. Das gesicherte, kulturelle Erbe soll verstärkt auch in Bremen selber und nicht nur außerhalb der Stadt für Projekte genutzt werden und Historie und Zukunft wirkmächtig verbinden.

10. Innovation und Sichtbarmachung

Innovation vorantreiben und neue Formate, gemeinsam mit den Akteur*innen und Strukturen vor Ort – auf dem bestehenden, zeitgenössischen Niveau – zu erarbeiten, eröffnet weitere Wirkungsfelder. Insbesondere neue multimediale Vermittlungsformen und die gleichzeitig notwendige Einbettung in die Gesellschaft sind als zukünftige Herausforderung zu bedenken. Die Einbindung möglichst aller relevanten Institutionen in der Stadt, ist dabei erklärtes Ziel. Viele Bremer Tanzschaffenden sind seit vielen Jahren erfolgreiche Unternehmer und haben in zahlreichen nationalen und internationalen Projekten ihre Wirkkraft und Kreativität auf internationalem Niveau bewiesen. Es geht darum diese große Qualität stärker sichtbar zu machen und innerhalb des nationalen Kontext weiterer Verbände für den Tanz zu teilen